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Beinahe jeden zweiten Lkw beanstandet



Langwedel (jme). Spezialisten der Polizeiinspektion Verden/Osterholz hatten in der letzten Woche den Großraum- und Schwerlastverkehr auf der Autobahn A27 im Visier. An fünf aufeinanderfolgenden Tagen wurden insgesamt 171 Fahrzeuge kontrolliert und mit einer polizeieigenen Radlastwaage gewogen, etwa die Hälfte hatten die Beamten zu beanstanden.

Verstöße wurden überwiegend im Bereich der Ladungssicherung und der Sozialvorschriften aufgedeckt – sowohl für die Fahrer selbst, als auch für ihre Arbeitgeber. 31mal „durften“ die Brummifahrer ihre Fahrt nicht fortsetzen, weil sie entweder ihre Lenkzeiten überschritten oder die Ladekapazität ihrer Fahrzeuge eigenmächtig erhöht hatten. Einsamer „Spitzenreiter“ bei den Ladungsverstößen war der Fahrer eines Schwertransporters, der für den Schiffstransport nach Übersee bestimmte Maschinenteile nach Bremerhaven fahren sollte. Laut vorgezeigter Transportgenehmigung sollte sein Gefährt 78 Tonnen wiegen.

Tatsächlich brachte sein Schwertransporter jedoch 98 Tonnen auf die Waage und war damit immerhin um 20 Tonnen überladen. Die Folge: Der Brummifahrer musste eine Zwangspause bis zum nächsten Tag einlegen, um sich eine Ausnahmegenehmigung besorgen zu können. Ob er das Schiff, das die Maschinenteile nach Chicago liefern sollte, noch erreicht hat, ist fraglich. Ganz sicher resultieren aus diesem Verstoß aber hohe Folgekosten, die die Höhe des zu erwartenden Bußgeldes bei weitem übersteigen dürften.

Polizeikommissar Jörg Evers an der Radlastwaage.
  Ein Umstand übrigens, den auch Fahrer und Spediteur eines so genannten Betonbrechers zu spüren bekamen. Statt der genehmigten 80 brachten Tieflader und Maschine zusammen rund 90 Tonnen Gesamtgewicht auf die (Polizei-) Waage. Und auch hier waren die Folgekosten immens. Die kontrollierenden Polizeibeamten untersagten dem Fahrer die Weiterfahrt und wiesen ihn an, entweder eine Genehmigung zu beantragen oder das Gewicht auf das erlaubte Maß zu reduzieren. Letzteres war der Fall: Über mehrere Tage bauten Angehörige der betroffenen Firma zwei schwergewichtige Teile des Betonbrechers ab und verluden sie mit Hilfe zweier Kräne auf andere Lkw. Parallel dazu musste eine neue Transportgenehmigung beantragt und natürlich auch bezahlt werden. Hätte der Transporteur die tatsächlichen Gewichte seines Fahrzeuges gleich richtig angegeben, wären ihm ein empfindliches Bußgeld und die Kosten für die Umladeaktion erspart geblieben.
Und Probleme strafrechtlicher Natur kommen gar auf einen 58-jährigen Brummifahrer zu, der nach Wägung seines Lkw das eingetragene Gesamtgewicht auf der Transportgenehmigung noch schnell handschriftlich zu ändern versuchte. Gegen ihn leiteten die Polizisten ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Urkundenfälschung ein.

Uwe Homes, der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Autobahnwache Langwedel, der die Kontrollen auf beiden Richtungsfahrbahnen der A 27 koordinierte, hält spezielle Überprüfungen dieser Art im Rahmen der Verkehrsprävention für absolut notwendig: „Überladungen können sich ganz entscheidend auf die Fahrzeugphysik und damit auf das Brems- und Lenkverhalten eines solchen Großraumtransporters auswirken und insbesondere in kritischen Verkehrssituationen verheerende Folgen haben. Die Zahl und die Schwere der festgestellten Verstöße begründen die Notwendigkeit weiterer Kontrollen“.

Für die eingesetzten Polizeibeamten, die sich überwiegend aus dem Fachpersonal der Autobahnwache sowie Spezialisten des Achimer Polizeikommissariates und der Verfügungseinheit der Polizeiinspektion Verden/Osterholz zusammensetzten, bedeuteten die Kontrollen, die neben dem normalen Schichtbetrieb in Form von Sonderdiensten durchgeführt wurden, nicht nur eine willkommene Abwechselung zum täglichen Streifendienst, sondern auch einen gewissen Synergieeffekt. Unterstützt wurden die Kontrollen, die zum Teil bis tief in die Nacht liefen, von einer Beleuchtungsgruppe des Technischen Hilfswerkes, der Autobahnmeisterei und dem Leiter der Bußgeldstelle des Landkreises Verden.

 
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